Hund, Kunst, Mensch
Jan-Michael Sobottka dokumentiert den
Berliner Ausstellungsbetrieb
Katja Kollmann
Ob quietschrosa bestrumpfte Beine in
der Jablonka Galerie, ein dunkelbrauner Hund mit dem Blick
eines aufmerksamen Kunstbetrachters oder Carola, Absolventin
der Universität der Künste, mit Laptop und Mozartkugeln
...
Jan-Michael Sobottka hat sie alle mit seiner Digitalkamera
festgehalten.
Seit drei Jahren fotografiert Sobottka ausnahmslos alle, die
in Berlin mit bilden-
der Kunst zu tun haben. 60 000 Fotos von über 220 Berliner
Kunstorten hat
der 53-Jährige, der nie ohne seine kleine Kamera unterwegs
ist, mittlerweile geschossen.
Knapp 50 sind bis zum 8. Mai in der Ausstellung "Von
sieben bis zehn" in der Galerie der Kunststiftung Poll
zu sehen. Sobottkas Lieblingsmotiv ist der Mensch vor der
Kunst. So stellt er die Künstler neben ihre eigenen Bilder
und verewigt Ausstellungsbesucher, die konzentriert ein Bild
betrachten. Die vielen Gesichter, die in Berlin Kunst möglich
machen, werden so sichtbar. Jan-Michael Sobottkas Internetseite
www.catonbed.de ist Dokumentationszentrum und Galerie in einem.
Man kann sich kreuz und quer durch 5 300 Bilder klicken, aber
auch nach einer Vernissage, die vor einem halben Jahr stattfand,
suchen. Sobottka hat sie mit seiner Kamera festgehalten, ganz
bestimmt.
Der umtriebige Fotograf hat auch Gerhard Schröder mit
einem Schnappschuss belohnt. Der Ex-Kanzler mit den tiefen
Furchen im Gesicht blickt aber nicht zum Bild, sondern gehetzt
auf die Uhr. Vielleicht sollte er sich den kunstsinnigen Hund
zum Vorbild nehmen.
Von sieben bis zehn
Kunststiftung Poll (Gipsstr. 3),
Di-Sa 15-18 Uhr geöffnet.
(Ausstellungsdauer
30.3 - 8.5.2007)
Berliner
Zeitung 5./6. April 2007 Osterausgabe

www.catonbed.de
webportal der Berliner Kunstszene
5400 Fotos von Künstlern, Galeristen und Ausstellungsbesuchern
in Berlin
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